In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zur Tautologie im Deutschen. Was ist eine Tautologie? Wie erkenne ich eine Tautologie? Was ist die Wirkung einer Tautologie? Und was ist der Unterschied zwischen einer Tautologie und einem Pleonasmus?
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Tautologie?
Wie erkenne ich eine Tautologie?
Was ist die Wirkung der Tautologie?
Was ist der Unterschied zwischen: Tautologie und Pleonasmus?
Zusammenfassung
Was ist eine Tautologie?
Eine Tautologie ist ein sprachlicher Ausdruck, bei dem zwei verschiedene Wörter mit derselben Bedeutung kombiniert werden. Tautologien sind daher in der Regel zweigliedrig. Das bedeutet: Sie bestehen aus zwei Teilen. Diese zwei Teile werden immer zusammen genannt und sind in der Regel auch Wörter derselben Wortart, die durch die Konjunktion „und“ verbunden werden. Die meisten Tautologien haben sich so stark im deutschen Sprachgebrauch etabliert, dass es auffällt, wenn nur ein Teil genannt und der zweite ausgelassen wird.
Die Tautologie findest du vor allem umgangssprachlich im Alltag und als rhetorisches Stilmittel in der Werbung, in der Literatur und in Gedichten.
Interessant: Das Adjektiv zur Tautologie lautet übrigens „tautologisch“. Also ist etwas tautologisch, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Tautologie.
Beispiele für Tautologien:
- nie und nimmer
- noch und nöcher
- fix und fertig
- Angst und Bange
- Ort und Stelle
- Art und Weise
- Grund und Boden
- null und nichtig
Wie erkenne ich eine Tautologie?
Eine Tautologie zu erkennen, ist nicht so schwer wie Ironie oder Sarkasmus zu bestimmen. iQ Lingua möchte dir aber dennoch ein paar Tipps geben, um dir den Umgang mit der Tautologie zu erleichtern:
1. Du hast den Eindruck, dass die kombinierten Wörter eine ähnliche oder identische Bedeutung haben.
Dir fällt auf, dass zwei nebeneinanderstehende Wörter eine ähnliche oder vielleicht sogar dieselbe Bedeutung haben? Dann kann das ein Hinweis auf eine Tautologie sein.
2. Du könntest eins der beiden Wörter streichen und die Bedeutung würde sich nicht verändern.
Die Tautologie zeichnet sich dadurch aus, dass eben beide Wörter, die kombiniert werden, dieselbe Bedeutung haben. Genau genommen könntest du daher eins der beiden Wörter streichen ohne die Bedeutung zu verändern. Aber bedenke: Sehr viele Tautologien haben sich so stark im deutschen Sprachgebrauch durchgesetzt, dass es auffällt, wenn ein Teil fehlt.
3. Durch den tautologischen Ausdruck wird etwas im Satz betont.
Die Tautologie wird vor allem aufgrund ihrer Wirkung verwendet. Sie betont nämlich einen bestimmten Aspekt im Satz bzw. in der Aussage. Streichst du eins der beiden Wörter (siehe Punkt 2), geht diese betonende Wirkung verloren.

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Was ist die Wirkung der Tautologie?
Zuerst ist es ganz wichtig zu erwähnen: Tautologien zu verwenden, ist nicht verpflichtend. Sie sind optional. Du kannst sie daher in deinen Sprachgebrauch einbauen, musst du aber nicht. Entscheidend ist, dass du weißt, wie die Tautologie wirkt. Denn: Du findest sie sehr häufig in der Umgangssprache und als rhetorisches Stilmittel.
- Eine Tautologie kann bestimmte Aspekte eines Satzes bzw. einer Aussage betonen und verstärken.
- Eine Tautologie kann einen Aspekt oder eine Aussage dramatisieren und bestimmte Emotionen stärker wirken lassen.
- Auch kann die Tautologie einem bestimmten Aspekt oder einer Aussage Nachdruck verleihen.
- Als rhetorisches Stilmittel kann eine Tautologie eine ästhetische Wirkung haben, einen bestimmten Aspekt betonen oder auch verwendet werden, um einen bestimmten Rhythmus bzw. ein bestimmtes Reimschema hervorzubringen.
Beispiele für Tautologien in unterschiedlichen Bereichen:
Alltag
- „Ich bin fix und fertig von der Arbeit! Das war wirklich anstrengend.“
→ Die Tautologie „fix und fertig“ betont, wie anstrengend die Arbeit war.
Arbeitsumfeld
- „Das fällt einzig und allein in Ihren Zuständigkeitsbereich.“
→ Die Tautologie „einzig und allein“ verleiht hier einer bestimmten Aussage Nachdruck: Nämlich, dass ausschließlich diese eine Person für die Aufgabe zuständig ist und sonst niemand und dass die angestellte Person sich (zeitnah) darum zu kümmern hat.
Literatur und Gedichte
- Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu, […]
(→ „An den Mond“, Johann Wolfgang von Goethe)
→ Die Tautologie „Rast und Ruh“ bringt hier einmal das Reimschema (drei- und vierhebiger Trochäus) hervor. Außerdem betont es den starken Mangel an Ruhe durch die Bedeutungswiederholung „Rast und Ruh“.
Was ist der Unterschied zwischen: Tautologie und Pleonasmus?
Tautologie
- Eine Tautologie ist ein sprachlicher Ausdruck, bei dem zwei verschiedene Wörter mit derselben Bedeutung kombiniert werden. Tautologien bestehen in der Regel aus zwei Teilen, die mit der Konjunktion „und“ verbunden sind. Diese beiden Teile werden immer zusammen genannt.
Zum Beispiel:
- null und nichtig
- noch und nöcher
- Grund und Boden
Pleonasmus
- Ein Pleonasmus ist ein sprachlicher Ausdruck, der in der Regel aus einem Nomen und einem dazugehörigen Adjektiv besteht. Das Adjektiv bildet dabei eine Bedeutungsdopplung des Nomens. Das heißt: Eigentlich ist das Adjektiv überflüssig, weil es die Bedeutung des Nomens nur wiederholt. Rein theoretisch könntest du also das Adjektiv streichen.
Zum Beispiel:
- weißer Schimmel
- tote Leiche
- super-GAU

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- Eine Tautologie ist ein sprachlicher Ausdruck, bei dem zwei verschiedene Wörter mit derselben Bedeutung kombiniert werden. Dabei besteht die Tautologie in der Regel aus zwei Teilen, die immer zusammen stehen. Die beiden Teile gehören in der Regel zur selben Wortart und werden durch die Konjunktion „und“ verbunden.
- Die Tautologie findest du als sprachlichen Ausdruck in der Umgangssprache und als rhetorisches Stilmittel in der Werbung, in der Literatur und in Gedichten.
- Eine Tautologie zu erkennen, ist leichter als Ironie oder Sarkasmus zu bestimmen. Deshalb stress dich da bitte nicht und denk an die Tipps, die iQ Lingua dir gegeben hat! 🙂
- Die Tautologie wirkt ganz unterschiedlich: Sie kann einen bestimmten Aspekt eines Satzes betonen, diese Nachdruck verleihen, dramatisieren oder als rhetorisches Mittel ein bestimmtes Reimschema hervorbringen und ästhetisch wirken.
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