Wen oder wenn? – Was ist richtig?

In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zu wen oder wenn. Wen oder wenn? Was ist richtig? Gibt es da eine Regel? Und welchen Wortarten gehören die beiden Wörter überhaupt an? Am Schluss findest du außerdem noch ein paar Übungen, mit denen du dein Wissen testen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Um welche Wortarten handelt es sich?
Wen oder wenn? Was ist richtig?
Fazit
Übungen

Um welche Wortarten handelt es sich?

Bei „wen“ oder „wenn“ handelt es sich um zwei Wörter unterschiedlicher Wortarten mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen. Das Wort „wen“ ist ein Pronomen und bezieht sich immer auf eine Person. Das Wort „wenn“ ist eine Konjunktion und wird verwendet, um Bedingungen zu formulieren. Es bedeutet so viel wie „sobald“ oder „falls“.

Zugegeben: Die beiden Wörter sehen sich zum Verwechseln ähnlich, da sie sich von der Schreibweise her nur durch ein zusätzliches „n“ unterscheiden. Sprichst du sie aber laut aus, wirst du feststellen, dass sie komplett anders klingen:

Das Pronomen „wen“ wird mit dem 1. e-Laut realisiert:
z.B. lesen

Die Konjunktion „wenn“ wird aber mit dem 2. ä-Laut realisiert: z.B. Wette

Beispielsätze mit „wen“ oder „wenn“:

  • Wen hast du denn da mitgebracht? (→ Pronomen)
  • Wenn ich den A2-Kurs bestehe, melde ich mich direkt für den B1-Kurs an. (→ Konjunktion)

„Wen“ ist ein Pronomen

Das Wort „wen“ ist ein Pronomen. Du kennst es vielleicht schon von den 4 Fällen: Mit dem Fragewort „Wen?“ erfragst du den Akkusativ.

Genau genommen handelt es sich bei „wen“ um ein Interrogativpronomen. Das Interrogativpronomen verwendest du, wenn du nach Personen fragen möchtest. Das Interrogativpronomen ist also ein Fragewort. Das Pronomen „wen“ bezieht sich also immer auf eine Person.

Das Pronomen in Kürze:

  • Das Pronomen wird auch Fürwort genannt. Es heißt so, weil es für ein Nomen stehen kann, also es ersetzen kann (Stellvertreterpronomen). Das Pronomen kann aber auch ein Nomen begleiten und steht dann in der Regel davor (Begleiterpronomen).
  • Das Pronomen wird dekliniert. Das bedeutet: Es wird nach Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ), Numerus (Singular, Plural) und Genus (Maskulinum, Femininum, Neutrum) des Nomens verändert, das es begleitet oder ersetzt. Das Pronomen und das dazugehörige Nomen müssen also grammatikalisch zusammenpassen.

Beispielsätze mit dem Pronomen „wen“:

  • Wen isst die Schülerin? Den Apfel.
  • Wen fragst du im Deutschkurs nach den Hausaufgaben? Lisa.
  • Ich weiß nicht, wen ich nach den Hausaufgaben fragen soll.
  • Wen soll ich nach den Hausaufgaben fragen?

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„Wenn“ ist eine Konjunktion

Das Wort „wenn“ ist eine Konjunktion. Sie tritt in der Regel als subordinierende Konjunktion auf. Das heißt: Sie leitet Nebensätze ein.

Die Konjunktion „wenn“ ist genau genommen eine konditionale Konjunktion. Du kannst also Bedingungen damit im Nebensatz formulieren.

Die Konjunktion in Kürze:

  • Die Konjunktion heißt auch Bindewort, da sie Verknüpfungen herstellt.
  • Die Konjunktion ist nicht flektierbar. Das bedeutet: Du kannst sie weder deklinieren, noch konjugieren und auch nicht komparieren (steigern). Du darfst die Konjunktion nicht verändern und sie bleibt stets in ihrer Grundform stehen.
  • Die Konjunktion fordert keinen Kasus: Die Konjunktion gibt dir keinen Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) vor wie beispielsweise die Präposition. In Bezug auf den Kasus musst du daher nichts beachten.

Beispielsätze mit der Konjunktion „wenn“:

  • Ich melde mich direkt für den B1-Kurs an, wenn ich den A2-Kurs bestehe.
  • Wenn ich den A2-Kurs bestehe, melde ich mich direkt für den B1-Kurs an.
  • Er besteht den Sprachkurs nicht, wenn er nicht lernt.
  • Wenn er nicht lernt, besteht er den Sprachkurs nicht.

Wen oder wenn? Was ist richtig?

Welches der beiden Wörter du verwendest, hängt davon ab, was du sagen möchtest.

Du kannst dir merken: Das Pronomen „wen“ bezieht sich immer auf eine Person. Also wenn es um eine Person geht, die du damit bezeichnest, schreibst du „wen“ mit einem „n“, z.B.: Wen soll ich nach den Hausaufgaben fragen?

Möchtest du eine Bedingung im Nebensatz formulieren, verwendest du die Konjunktion „wenn“ mit zwei „n“, z.B.: Wenn er nicht lernt, besteht er den Sprachkurs nicht.

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Fazit

Wie du siehst, ist die richtige Schreibung von „wen“ oder „wenn“ gar nicht so schwer! Die ähnliche Schreibung kann verwirrend sein, aber wenn du die Bedeutung und die Wortarten der beiden Wörter kennst, kannst du dir die Regeln selbst herleiten. So wirst du die richtige Schreibweise im Handumdrehen meistern! iQ Lingua unterstützt dich aber auch gerne dabei! 🙂

Die unterschiedlichen Wortarten im Deutschen interessieren dich? Bei iQ Lingua kannst du mehr darüber lernen! iQ Lingua stellt dir ein umfassendes Angebot an kostenlosen Grammatikinhalten wie beispielsweise Informationen zu den unterschiedlichen Wortarten (Nomen, Verben, Adjektive, Adverbien, Pronomen, Präpositionen, Konjunktionen, Partikeln), aber auch zu den Zeiten (Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur 1, Futur 2) oder auch zum Gendern zur Verfügung. Zusätzlich findest du hilfreiche Tipps zum Lernen der deutschen Sprache, kannst dich über die gängigen Abkürzungen im Deutschen oder die häufigsten Grammatikfehler informieren oder ein paar knifflige Wortschreibweisen nachschlagen wie beispielsweise „dass oder das“, „separat oder seperat“ oder auch „dasselbe oder das selbe“.

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Übungen zu wen oder wenn

Hier findest du kostenlose Übungen zu wen oder wenn.

1 / 5

„Wen“ oder „wenn“? Klicke die richtige Antwort an.

Melde dich bitte vorher, ______ du eine Frage hast.

2 / 5

„Wen“ oder „wenn“? Klicke die richtige Antwort an.

______ soll ich nach den Hausaufgaben fragen?

3 / 5

„Wen“ oder „wenn“? Klicke die richtige Antwort an.

______ die Lehrkraft lobt, hat sich gut vorbereitet.

4 / 5

„Wen“ oder „wenn“? Klicke die richtige Antwort an.

______ sie gleich Feierabend hat, geht sie einkaufen.

5 / 5

„Wen“ oder „wenn“? Klicke die richtige Antwort an.

Sie wissen nicht, ______ die Lehrkraft aufgerufen hat.


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