In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zur Metonymie im Deutschen. Was ist eine Metonymie? Wie erkenne ich eine Metonymie? Wie wirkt eine Metonymie? Und wie unterscheide ich die Metonymie von der Metapher und der Synekdoche?
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Metonymie?
Wie erkenne ich eine Metonymie?
Was ist die Wirkung der Metonymie?
Was ist der Unterschied zwischen: Metonymie, Metapher, Synekdoche?
Zusammenfassung
Was ist eine Metonymie?
Bei der Metonymie steht ein Wort stellvertretend für etwas anderes. Das eigentlich gemeinte Wort und die Metonymie hängen dabei in der Regel inhaltlich zusammen. Ein klassisches Beispiel für eine Metonymie ist folgendes: Sie hat ein Glas getrunken. Würdest du den Satz wortwörtlich nehmen, würde dieser keinen Sinn ergeben. Denn: Ein Glas kannst du nicht trinken, weil es sich dabei um Geschirr handelt. Du kannst lediglich den Inhalt trinken und genau dafür steht das Nomen „Glas“ hier auch: Es steht stellvertretend für ein Getränk. Die Metonymie „Glas“ steht also inhaltlich in Verbindung mit dem eigentlich gemeinten Wort „Getränk“.
Die inhaltliche Verbindung zwischen den beiden Wörtern kann sich ergeben, wenn beide Wörter aus demselben Themenbereich stammen. Sie kann aber auch durch Kontext entstehen. Vor allem in den Nachrichten und in der Politik werden oft Städte- und Ländernamen stellvertretend für Regierungen und andere Institutionen verwendet. Der Satz „München ist am Telefon“ ergibt wortwörtlich keinen Sinn, denn: München ist eine Stadt. Sie kann also nicht telefonieren. Gemeint ist hier, dass aus München eine bestimmte Person anruft. Im Kontext der Nachrichten ist das vielleicht der Nachrichtensprecher oder die Nachrichtensprecherin, die als nächstes zu der Live-Übertragung dazu geschaltet wird.
Metonymien findest du sehr häufig im Alltag, sowohl umgangssprachlich als auch in den Nachrichten oder der Politik. Außerdem tritt die Metonymie als rhetorisches Stilmittel in der Literatur und in Gedichten oder auch in Werbeslogans auf.
Weitere Beispiele für Metonymien:
- Wir lesen Schiller im Deutschkurs.
- Deutschland spielt gegen die Türkei.
- Der Bundestag verabschiedet das Gesetz.

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Wie erkenne ich eine Metonymie?
Eine Metonymie ist leichter zu erkennen als beispielsweise Ironie oder ein Paradoxon. iQ Lingua möchte dir aber trotzdem ein paar Tipps geben:
1. Wenn du die Metonymie wörtlich nimmst, macht sie oft keinen Sinn.
Ähnlich wie bei der Metapher kannst du die Metonymie nicht wortwörtlich verstehen. Denke stets daran: Die Metonymie steht stellvertretend für das eigentliche Wort. Möchtest du die Metonymie daher wortwörtlich nehmen, kann es sein, dass die Aussage bzw. der Satz keinen Sinn ergeben.
2. Wenn du feststellst, dass du ein Wort durch das eigentlich gemeinte Wort ersetzen kannst.
Kannst du bei einem Satz oder einer Aussage ein Wort durch ein anderes ersetzen, das dir nähere Informationen gibt? Dann kann das ein Hinweis auf eine Metonymie sein. Also zum Beispiel: „Ich höre Mozart“ → „Ich höre Mozarts Zauberflöten-Symphonie“ .
Was ist die Wirkung der Metonymie?
Die Metonymie kann ganz unterschiedlich wirken:
- Die Metonymie kann Sprache verdichten und Sätze mit zusätzlichen Bedeutungen anreichern.
- Mit der Metonymie kannst du Aussagen und Sätze kürzer gestalten, weil du ein stellvertretendes Wort wählst und nicht die eigentliche längere Version.
- Auch kann die Metonymie Dinge veranschaulichen und dabei helfen verständlicher zu machen, weil einzelne Punkte kürzer und nicht so ausführlich dargestellt werden.
- Die Metonymie kann bestimmte Aspekte betonen.
- Als rhetorisches Stilmittel kann die Metonymie eine ästhetische Wirkung haben.
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Was ist der Unterschied zwischen: Metonymie, Metapher, Synekdoche?
Metonymie
- Bei der Metonymie steht ein Wort stellvertretend für etwas anderes.
- Die Metonymie und das eigentlich gemeinte Wort stehen dabei in inhaltlichem Zusammenhang zueinander.
Zum Beispiel:
- Wir haben München am Telefon.
Metapher
- Eine Metapher ist ein sprachliches Bild, das von einem Ausgangsbereich in einen Zielbereich übertragen wird.
- Die beiden Wörter stehen dabei in der Regel in keinem direkten Zusammenhang.
- Bei der Metapher geht es also vor allem um die bildliche Sprache.
Zum Beispiel:
- Sie ist ein Sonnenschein.
Synekdoche
- Bei einer Synekdoche steht ein Teil für das Ganze.
- Wie bei der Metonymie stehen die beiden Wörter in einem inhaltlichen Zusammenhang.
Zum Beispiel:
- Viele Hände helfen bei der Arbeit.

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- Bei der Metonymie steht ein Wort stellvertretend für ein anderes. Das eigentlich gemeinte Wort und die Metonymie stehen dabei in inhaltlichem Zusammenhang.
- Eine Metonymie zu erkennen, ist nicht so schwer wie beispielweise das Paradoxon oder die Ironie. Vertraue da auf deine Sprachkenntnisse und lass dich nicht verunsichern! 🙂
- Die Metonymie kann ganz unterschiedlich wirken: Sie kann Aussagen eine zusätzliche Bedeutung geben, dir dabei helfen Dinge leichter zu verstehen, bestimmte Aspekte betonen und als rhetorisches Stilmittel eine ästhetische Wirkung haben.
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