In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zum Pleonasmus im Deutschen. Was ist ein Pleonasmus? Wie erkenne ich einen Pleonasmus? Was ist die Wirkung des Pleonasmus? Und wie unterscheide ich eigentlich zwischen dem Pleonasmus und einer Tautologie?
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Pleonasmus?
Wie erkenne ich einen Pleonasmus?
Was ist die Wirkung des Pleonasmus?
Was ist der Unterschied zwischen: Pleonasmus und Tautologie?
Zusammenfassung
Was ist ein Pleonasmus?
Ein Pleonasmus ist ein sprachlicher Ausdruck, der in der Regel aus einem Nomen und einem Adjektiv besteht. Das Besondere am Pleonasmus ist: Durch die Kombination von Nomen + Adjektiv entsteht eine Bedeutungsdopplung. Das Adjektiv wird dabei eigentlich überflüssig, weil es die Kernbedeutung des Nomens nur wiederholt.
Der Pleonasmus wird in der Regel als rhetorisches Stilmittel überall dort verwendet, wo mit Sprache gespielt wird: in der Literatur, in Gedichten oder auch Werbeslogans. In der Umgangssprache findest du den Pleonasmus tatsächlich eher weniger. In der Regel wird er oft scherzhaft verwendet.
Als rhetorisches Stilmittel wird der Pleonasmus bewusst verwendet. Es kann aber auch sein, dass jemand unbewusst einen Pleonasmus bildet. Das kann damit zusammenhängen, dass die Person die Bedeutung der Wörter nicht richtig kennt und deshalb einen unbeabsichtigten Pleonasmus bildet. Stress dich hier aber bitte nicht! 🙂 Wie alle rhetorischen Stilmittel brauchst du auch für den Pleonasmus fortgeschrittene Sprachkenntnisse, Kontext und ein gutes Sprachgefühl. Deutsche Muttersprachlerinnen und Muttersprachler haben deshalb auch oft Schwierigkeiten mit den rhetorischen Stilmitteln im Deutschen.
Beispiele für den Pleonasmus:
- weißer Schimmel
Bei dem sprachlichen Ausdruck „weißer Schimmel“ handelt es sich um einen Pleonasmus. Warum? Ein Schimmel ist ein Pferd und zeichnet sich dadurch aus, dass sein Fell im Laufe seines Lebens weiß wird. Man weiß also ohne das davorstehende Adjektiv „weiß“, dass ein Schimmel weißes Fell hat. Deshalb ist das Adjektiv eigentlich überflüssig, weil du diese Information auch alleine durch das Nomen erhältst.
- alter Greis
Bei dem sprachlichen Ausdruck „alter Greis“ handelt es sich um einen Pleonasmus. Warum? Ein Greis ist ein sehr alter Mann. Man weiß also ohne das davorstehende Adjektiv „alt“, dass der Mann alt ist. Deshalb ist das Adjektiv eigentlich überflüssig, weil du diese Information auch alleine durch das Nomen erhältst.

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- runde Kugel
Bei dem sprachlichen Ausdruck „runde Kugel“ handelt es sich um einen Pleonasmus. Warum? Eine Kugel zeichnet sich dadurch aus, dass sie rund ist. Man weiß also ohne das davorstehende Adjektiv „rund“, dass die Kugel rund ist. Deshalb ist das Adjektiv eigentlich überflüssig, denn diese Information erhält man auch alleine durch das Nomen.
- super-GAU
Bei dem sprachlichen Ausdruck „super-GAU“ handelt es sich um einen Pleonasmus. Warum? Das Wort „der GAU“ ist eine Abkürzung für „Größt Anzunehmender Unfall“. Da „der GAU“ also schon der größte Unfall ist, der sich ereignen kann, gibt es rein logisch gesehen keinen noch größeren Unfall.
Weitere Beispiele für den Pleonasmus wären:
- tote Leiche
- kleiner Zwerg
- nasser Regen
- kalter Schnee
- großer Riese
- PDF-Format
- SMS-Nachricht
Wie erkenne ich einen Pleonasmus?
Einen Pleonasmus zu erkennen, ist sehr viel leichter als beispielsweise Ironie oder Sarkasmus zu bestimmen. iQ Lingua möchte dir aber natürlich auch hier ein paar Tipps geben, damit dir der Umgang mit dem Pleonasmus leichter fällt.
1. Du hast den Eindruck, dass die kombinierten Wörter eine ähnliche Bedeutung haben.
Dir fällt auf, dass das Adjektiv zu einem dazugehörigen Nomen eigentlich überflüssig ist, weil die Bedeutung schon im Nomen steht. Das kann ein Hinweis auf einen Pleonasmus sein.
2. Du könntest das Adjektiv streichen und die Bedeutung des Nomens würde sich nicht verändern.
Der Pleonasmus zeichnet sich dadurch aus, dass das Nomen + Adjektiv eine Bedeutungsdopplung ergeben. Das Adjektiv ist dabei genau genommen überflüssig, denn es beschreibt die Kernbedeutung des Nomens. Rein theoretisch könntest du daher das Adjektiv streichen, ohne dass sich die Bedeutung verändert.
3. Lerne übliche Pleonasmen auswendig.
Viele Pleonasmen wiederholen sich im Deutschen. „Der weiße Schimmel“ oder „die tote Leiche“ sind beispielsweise sehr bekannt. Also wenn du einen Pleonasmus hörst bzw. liest, lerne diesen am besten einfach auswendig. 🙂
Was ist die Wirkung des Pleonasmus?
Der Pleonasmus kann als rhetorisches Mittel je nach Kontext und Aussage unterschiedlich wirken:
- Der Pleonasmus kann eine Aussage verstärken.
- Er kann eine Aussage bildlich veranschaulichen.
- Du kannst mit dem Pleonasmus starke Gefühle hervorheben.
- Als rhetorisches Stilmittel kann der Pleonasmus auch verwendet werden, weil für ein Gedicht beispielsweise ein bestimmter sprachlicher Rhythmus eingehalten werden soll.

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Was ist der Unterschied zwischen: Pleonasmus und Tautologie?
Pleonasmus
- Ein Pleonasmus ist ein sprachlicher Ausdruck. Dieser besteht der in der Regel aus einem Nomen und einem dazugehörigen Adjektiv. Das Adjektiv bildet dabei eine Bedeutungsdopplung des Nomens. Das bedeutet: Das Adjektiv ist eigentlich überflüssig, weil es die Hauptbedeutung des Nomens nur wiederholt. Rein theoretisch könntest du das Adjektiv daher streichen.
Zum Beispiel:
- weißer Schimmel
- tote Leiche
- super-GAU
- Eine Tautologie ist ein sprachlicher Ausdruck, bei dem zwei verschiedene Wörter mit derselben Bedeutung kombiniert werden. Die Tautologie besteht in der Regel aus zwei Teilen, die mit der Konjunktion „und“ verbunden sind. Diese beiden Teile werden immer zusammen genannt.
Zum Beispiel:
- null und nichtig
- noch und nöcher
- Grund und Boden

- Ein Pleonasmus ist ein sprachlicher Ausdruck, der in der Regel aus einem Nomen und einem Adjektiv besteht. Das Adjektiv wiederholt dabei die Kernbedeutung des Nomens. Du könntest das Adjektiv daher genau genommen streichen, ohne dass sich die Bedeutung verändert.
- Es gibt ein paar Tipps, die du berücksichtigen kannst, um Pleonasmen zu erkennen. Aber lass dich bitte nicht verunsichern und vertraue auch auf deine Sprachkenntnisse! 🙂 Rhetorische Stilmittel können herausfordernd sein.
- Beispiele für den Pleonasmus wären: weißer Schimmel, tote Leiche, runder Kreis, nasser Regen, kalter Schnee.
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